Dr. Margarete Bothe

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Adresse: Merseburg | Breite Straße 22

geboren: 27.07.1914

gestorben: 12.04.1945

bekannte Informationen:

Frau Dr. Margarete Bothe wurde am 27.7.1914 in Merseburg geboren. Sie war das dritte Kind des Landesrates Gustav Bothe.
Sie ging im Oberlyzeum Merseburg bis zur “Mittleren Reife”. Nach einem Frauenschuljahr in Halle absolvierte sie dann in Halle noch die Oberstufe des “Seydlitz Oberlyzeums” Halle. 1936 schließt sie hier mit Abitur ab. Es folgt ein Jahr Arbeitsdienst. In Braunschweig wird sie zur Volksschullehrerin ausgebildet und beginnt 1938 das Studium Geschichte, Germanistik, Geografie an der Universität Heidelberg. 1944 promoviert sie zum Thema: Das Verhältnis von Moral und Politik bei Kant, Herder, Fichte und Hegel. Sie schließt mit sehr gut” ab und bereitet sich auf das Staatsexamen für das “Höhere Lehramt” vor. 1944 schließt sie das Studium ab.
Vor dem geplanten Umzug zu ihren Eltern wird sie am 1.12.1944 verhaftet, ‘Rundfunkverbrechen” lautet die Anklage. Sie sitzt im Leipziger Polizeigefängnis in der Wächterstraße. Am 21.12. kommen die Gefangenen in das Untersuchungsgefängnis in der Moltkestraße in Leipzig. Am 1.,6., und 8. Februar 1945 findet vor dem Sondergericht I der Prozess gegen Dr. M. Bothe statt. Es erfolgt ein Freispruch. Sie wird auf Betreiben der Gestapo aber nicht freigelassen, sondern am 9. Februar wieder in das Polizeigefängnis in der Wächterstraße gebracht.
Der Kommandant der Sicherheitspolizei Leipzig befiehlt der Gestapo angesichts der Gesamtsituation des Krieges, die noch inhaftierten Personen zu erschießen. Es handelt sich zunächst um 130 Personen, die auf dieser Liste stehen. Dafür fehlt den Mördern aber die Zeit. Am 12. April (wenige Tage vor der Befreiung durch die amerikanischen Truppen) wurden dann 52 Personen (darunter Dr. M. Bothe) in Leipzig-Lindenthal in einem Bombentrichter einzeln durch Genickschüsse ermordet.
Am 2. Mai 1945 werden die Leichen exhumiert. Am 6. Januar 1946 wird Dr. M. Bothe in Bithorn zwischen den Gräbern ihrer Großeltern beigesetzt. Von den Tätern wird kaum jemand nach dem Krieg zur Rechenschaft gezogen.

Der Stolperstein wurde 2021 in Merseburg, Breite Straße 22 verlegt.

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